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Danke Günter Grass PDF Print E-mail
Written by Andreas S.   
Saturday, 07 April 2012 11:25


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Wenn man in den letzten Tagen so die deutsche Presse durchblättert, überkommt einen das Gefühl, als wenn wir Deutschen uns immer noch in der Bückstellung befinden müssen. Und man immer noch nicht Wahrheiten aussprechen darf, die aber mal ausgesprochen werden müssen. Günter Grass hat es mit seinem Gedicht nur geschafft zu beweisen, dass in Deutschland immer noch ein Nachhall des dritten Reiches stattfindet. Obwohl seine kritische Äußerung gegenüber der israelischen Außenpolitik nun mal der Wahrheit entspricht. Weil in welchen deutschen Medien wird denn darüber groß berichtet, dass es seit dem Sommer 2011 eine militärische Mobilmachung in Israel gibt, die darauf nur Abzielt einen Erstschlag gegenüber dem Iran auszuüben. Es kann doch nicht sein, dass man Israel in seinen Bestrebungen nicht international zur Räson zieht, und man die Augen davor verschließt, ohne sich mal selbstkritisch mit dieser Thematik auseinander zu setzen.

Man darf doch nicht vergessen, dass es die Israelis sind, die diesen Konflikt im nahen Osten mit der Ausrufung eines israelischen Staates herbeigeführt haben. Und die Mächte der Welt sahen zu, wie die Palästinenser immer mehr unterdrückt werden. Und gerade der Rest der Welt sollte es doch besser wissen, dass man Gewalt nicht mit Gegengewalt bekämpfen kann. Wo wir wieder bei den Aussagen von Günter Grass wären, der da sagt, das Israel bis heute alle UN Resolutionen mit den Füssen tritt. Man sollte sich die Frage stellen. Wurden diesbezüglich jemals Sanktionen gegenüber Israel verhängt, wie man es ja gerne bei anderen Staaten wie dem Iran macht? Nein, und das ist es was den Israelis in der Zukunft nicht weiterhelfen wird, weil die Sympathie der Menschen weltweit nur noch mehr sinken wird. Und man sich auch die Frage stellen müsste, ob die Israelis nicht auch aus ihrer eignen Geschichte der Unterdrückung und Verfolgung gelernt haben. Sie unterdrücken die Palästinenser, dass sollte man heutzutage genauso aussprechen dürfen, ohne gleich als Antisemit oder Nazis beschimpft zu werden. Wenn es Gewalttaten in solchen Ländern wie Libyen, Syrien und Ägypten gab, sollte die deutsche Außenpolitik eigentlich doch so viel Courage zeigen, und den Palästinenser auch zugestehen, dass man das handeln der israelischen Regierung scharf verurteilt.

Wir leben im einundzwanzigsten Jahrhundert, aber kommen als Deutsche aus dem Schatten des dritten Reiches nicht her raus. Was uns stillschweigend verbietet, jegliche Kritik am Staate Israels zu üben. Und das ist es auch, was mich heutzutage an der Weltpolitik so langsam aufregt. Wir maßen uns an, in Libyen militärisch aktiv zu werden, und schrecken auch nicht vor politischen Mord zurück, und im Gegenzug akzeptieren wir das militärische Vorgehen Assad gegen seine eigne Bevölkerung mit Militär. Gut, dort gibt es ja auch keine großen Ölvorkommen, also warum auch militärisch Intervenieren.

Und wenn man noch in Betracht zieht, dass Israel im Ganzen nahen Osten die einzige Atommacht darstellt, sollte doch schon der normale Menschenverstand einem sagen, warum sollen die Israelis als einzige Macht eine Atombombe besitzen. Mit dem Argument des Selbstschutzes brauchen mir die Israelis nicht kommen, weil seit ihrer Gründung kein einziger Erstschlag im militärischen Sinne auf Israel verübt wurde, geschweige denn vom Iran aus. Das die arabische Welt sich nun mal auf die Seite der Palästinenser schlägt und damit den israelischen Staat in Frage stellt, liegt doch nun mal im Grunde an der Sache selbst. Die Welt sollte langsam mal wachwerden, und es sich auch wagen eine ethnische Gruppe zu verurteilen, wenn sie eine andere ethnische Gruppe diskriminiert. Vor allem dann, wenn die eine Gruppe die Juden sind. Und wenn man dann wieder anfängt, dass es ja alles in der Tradition der NSDAP steht, in den Juden den Schuldigen zu suchen, dann finde ich, macht man es sich heutzutage zu einfach, vor allem die Juden selbst. Es kann nicht sein, dass jeder der die israelische Politik an den Pranger stellt, gleich Judenfeindlich ist. Und selbst wir Deutschen sollten uns langsam aus den Klauen des zweiten Weltkrieges befreien. Es geht nicht darum, seine Geschichte zu verleugnen oder unter den Teppich zu kehren, es geht nur darum Geschichte auch langsam mal Geschichte sein zu lassen um mit erhobenem Kopf die Welt zu sehen und zu verstehen. Ich danke Günter Grass dafür, dass er mir aus der Seele spricht, und er hoffentlich damit Erfolg haben wird, hier in Deutschland eine Debatte zu verursachen, die endlich Klarheit schafft. Warum man in diesem Land keine Kritik an Israel üben darf.

Und wer mir eine nationalsozialistische Überzeugung unterstellen möchte, dem nehme ich gleich mal den Wind aus den Segeln. Weil sozialistischer und kommunistischer konnte ich nicht erzogen werden, als ich so schon bin, und meine Solidarität allen Menschen auf der Welt gilt, und nicht nur einer politisch verordnenden ethnischen Gruppe. Und solange das Säbelrasseln der israelischen Regierung nicht verstummt gegenüber Irans und die Unterdrückung der Palästinenser fortgeführt wird, solange werde ich auch nicht aufhören dieses Verhalten Israels zu kritisieren. Ich lasse mal das Thema mit den besetzten Gebieten außen vor, weil diese durch militärische Eroberung angeeigneten Gebiete Israel wohl niemals wieder hergeben wird. Und auch sei noch erwähnt, dass man die Äußerungen Mahmud Ahmadinedschad nicht als die Meinung des ganzen iranischen Volkes verstehen soll, wir aber mit unserer überheblichen Haltung das ganze iranische Volk drunter leiden lassen.

Ich hoffe das die Debatte in Deutschland dazu führen wird, dass wir wieder anfangen werden eine überzeugende und vor allem ehrliche Außenpolitik zu betreiben, und die Deutschen den Kopf heben können und sagen können, dass es auch ein Deutschland vor und nach dem dritten Reich gab.

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